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"Der klassischen Schwarzweiß-Fotografie geht
in meinen Augen eine
ungeheure Faszination voraus. Mit der Reduktion auf Schwarz und Weiß
sowie der Beschränkung auf das Wesentliche rückt die eigentliche
Bildaussage in den Vordergrund. Seitdem ich dies erkannt habe, zieht
mich diese Art der Fotografie in seinen Bann.
Farbe erzeugt meiner Meinung nach im Bild eine
gewisse Unruhe. Ist sie nicht dezent eingesetzt bzw. nicht für das
Hauptmotiv entscheidender Blickfang, wirkt alles doch sehr überladen.
Aus einer Auswahl unterschiedlichster Stimmungen wähle ich dasjenige
aus, welches eben diese Stimmung mir und dem Betrachter nahe bringen
soll. Die Dinge sollten eine gewisse Ordnung und Ästhetik besitzen,
harmonisch wirken und dennoch so spannend sein, dass sie den Betrachter
fesseln. Und vielleicht sogar mehr, als nur ein kurzer Blick...
Wo anders als in der Landschaftsfotografie kann sich noch mit
überlegter Handlungsweise an ein Motiv herangetastet werden. Dennoch
ist sie wahrscheinlich das facettenreichste Aufnahmegebiet überhaupt.
Motive sind praktisch in unbegrenzter Anzahl vorhanden. So kann ich
nach Herzenslust gestalten, komponieren. Dies erscheint mir besonders
wichtig.
Zu der Klassischen Schwarzweiß-Fotografie gehört natürlich auch die
klassische Laborarbeit. Hierzu gehören insbesondere das eigene
Entwickeln der belichteten Filme sowie die Erstellung von archivfesten
Vergrößerungen. All dies ist in der Gesamtheit ein überaus lebendiger
Prozess, der einfach Spaß macht. Nur so habe ich von der Aufnahme bis
zum Abzug alles in der Hand und kann jederzeit eingreifen."
Christian Pracht
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